Von der "Weissen Frau" zum "Venedigermannli" und dem Mondmilchgubel; Zweitages-Solotour mit Übernachtung in der Brandenfelshöhle

Start beim Touristen-Parkplatz Gibswil kurz nach 16:00 Uhr; nicht nur ich mit Sack und Pack auch meine beiden Border Collies Billy & Sheriff haben ihre Rucksäcke "auferlegt" bekommen in denen sie ihr Futter tragen. Entlang dem Buschlauf, dann dem Wanderweg folgend dem Nebenfluss der Töss "Jona" biegen wir nach circa 5-6 Km ab bergauf nach "Hinter Erli" zu "Vorder Erli" bis Tüf durch Weide und Wald bis zum Josenberg. Phuu... bei der Hitze ganz schön anstrengend denn immerhin haben wir gerade mal kurz 300 Höhenmeter gemacht; ja und der Rucksack ist immer noch zu schwer; wie sich morgen am ende der Tour herausstellen wird, habe ich immer noch zu viel Essen eingepackt. Oh a pro pos "kurz" ich merke es ist später geworden als ich gerechnet habe und wenn wir in der Brandenfelshöhle übernachten möchten, muss ich uns (vor allem mich) spurten. Also lasse ich den geplanten Besuch zur Scheidegg  und weitere 181 Höhenmeter aus, was mir nicht sehr schwer fällt ;-) und entscheide mich rechts den Schlangenweg zur Wolfsgrueb einzuschlagen. Nun gehts der "Vorderen Töss" entlang auf die Suche nach dem schmalen Weg der nach einem Brückchen zur Brandenfelshöhle hinaufführen soll. Ich deute fälschlicherweise ein Weg-Übergang über den Bach als Brückchen, sehe einen fast verwachsenen schmalen Pfad und Fussabdrücke und denke, das könnte der richtige Pfad sein... doch nach 15 Minuten durch immer dichteres Dickicht wird mir klar, dass ich mich wahrscheinlich gerirrt habe. Es ist mir etwas mulmig im Bauch, denn es dunkelt ein und ich will in der Höhle und nicht mitten auf dem Weg übernachten...

Dann nach weiteren langen weiss nicht genau Minuten endlich links das Brückchen, wir überqueren es, noch ca. "gefühlte" 100 Höhenmeter (es sind weniger) den Pfad hinauf geht rechterhand ein Pfad weg; das muss der Pfad zur Höhle sein. Es hat schon ziemlich eingedunkelt und Erschöpfung macht sich breit, dafür ist die Überraschung gross und übersteigt meine Erwartung bei weitem! Die Brandenfelshöhle ist gross und vom Verkehrsverein Wald toll hergerichtet! Ein langer schwerer Baumstamm-Tisch und zwei Bänke, ein Brunnen der das Quellwasser auffängt, Kerzen und eine Laterne plus eine tolle Feuerstelle mit verstellbarem Rost. Whow, die Überraschung des Tages; sogar ein naturgeformter Baumständer wo Klopapier-Rollen dran hängen gibt es hier! Vor der Höhle plätschert der Wasserfall einige Meter hinunter auf einen Platz wo ich mich morgen ganz sicher duschen werde. Schnell schnell Feuer machen und den Schlafplatz einrichten bevor es ganz dunkel ist. Es ist schon 21:30; doch als erstes lege ich das Bier, welches ich den ganzen Tag schon trage und mich seit zwei Stunden drauf freue in das kalte Quellwasser. Nachdem der Rucksack ausgepackt, der Schlafplatz bereit ist, die Hunde gefüttert, genehmige ich mir am schönen Feuer vor dem Schlafengehen das wohlverdiente kühle Bier; Gute Nacht du schöner Wald, du Schönes Tal, du schöner Wasserfall der mich in den Schlaf plätschert und gute Nacht du grosse Höhle in der wir schlafen dürfen und ein GROSSES DANKESCHÖN an die Menschen die das hier so hübsch eingerichtet haben! Mitten in der Nacht fallen ein paar Steine mit dem Wasserfall hinunter, wir wachen kurz auf, unten wo der Wasserfall aufschlägt, ein paar Meter weg davon, wäre auch ein weicher Schlafplatz im Moos, doch nun weiss ich, dass wäre gefährlich und schlafe weiter.  Eine kurz gefühlte Zeit danach wache ich wieder auf weil die Hund knurren und beginnen in die eine Richtung der Höhle zu bellen; hmm denke ich, ist wohl die weisse Frau da hinten vorbeigekommen um mir das Tor zum Schatz zu öffnen, damit ich diesen bergen kann?  Ich bin froh sind die beiden "Boy's" da und habe nicht den Mut aufzustehen um nachzusehen; lieber verkrieche ich mich in meinen Schlafsack und schlafe weiter!

Jetzt ist jedoch der Moment Euch die Kurzfassung der "Geschicht die Weissen Frau und dem Venedigermannli  und dem Bauer Oberholzer im Mondmilchgubel zu erzählen:

Zu Vater Oberholzer in der Sonnwies im Oberholz kam einmal bei eintretender Nacht ein Venedigermannli und sagte, es habe in seinem Zauberbuch gelesen, das es hinten an der Töss einen Felsen gebe, der mit einer eisernen Tür verschlossen sei. Hinter dieser Türe liege ein Schatz vergraben. Oberholzer schaute sich das Männchen eine Weile an und antwortete ihm, er kenne den Felsen wohl, das sei der Mondmilchgubel. Der Schatzgräber bat daraufhin den Sonnenwiesler, er möge ihm den Weg dorthin zeigen, es solle sein Schaden nicht sein. Nachts um zwölf solle  er dort sein. Oberholzer bedachte sich nicht lange, denn er litt an Schätzen keinen Überfluss. Auf den Schlag der Mitternachtsstunde standen die beiden vor der eisernen Türe. Der Venediger deutete dem Begleiter, er solle von jetzt an den Mund halten, was auch immer geschehen möge. Dann klopfte er dreimal an die Pforte, die leise ächzend aufging. Eine wunderschöne, weiss gekleidete Frau stand im Eingang. Sie winkte den beiden, ihr zu folgen. Bei einer schwarzen Eisentruhe hielt sie an. Auf dem Deckel hockte ein scheusslicher schwarzer Pudel. Den jagte die "Weisse Frau" weg, und der Deckel sprang von selbst auf. Und was sahen die beiden? Eine ganze Truhe voller Goldstücke!  In grosser Eile füllte der Venediger seinen Sack; kaum hatte er ihn voll gestopft, schnappte der Deckel wieder zu und der Hund setzte sich wieder darauf. Während dieser Zeit sah der Bauer immer nur die schöne Frau an; ihr liebliches Angesicht rührte ihn so, dass er kein Auge abwenden konnte. Als der Venediger seine Sachen beisammen hatte, führte die "Weisse Frau" ihren Besuch zur Tür; plötzlich standen die beiden wieder im Freien und die Türe schnappte zu: Der Venediger hatte einen Sack voll Gold und der Sonnenwiesler konnte nur am leeren Daumen saugen. 

Und was ist die Moral der Geschicht? Für mich hat Sie einen tiefen Sinn und eine Erkenntnis; für Dich auch? Schreibe ihn mir in deinen Kommentaren wenn du magst!

 

Am Morgen eine Naturdusche unter dem Wasserfall und zum Frühstück die Bratwurst braten für die ich am gestrigen Abend zu müde war zum essen. Die Hunde spielen währenddessen mit einem riesigen abgebrochenen Ast und planschen im Wasserbecken. Um 10:00 Uhr gehts weiter. Ich verabschiede mich von dem wunderschönen Platz, ich war das erste Mal hier, doch sicher nicht das letzte Mal. Ich möchte auf den oberen Pfad Richtung "Töscheidi", doch oben angekommen ist der Weg gesperrt wegen Steinschlag. Wir wandern zurück zum Weg dem Bach entlang bis wir wieder an der "Wolfsgrueb" sind. So jetzt ab auf die "untere Boalp", dann sind wir nach dem Mittag dort zu einem sauren Most und ein feiner gemischter Salat aus deren eigenen Garten. Wir machen hier einen grösseren Rundgang und ich geniesse die frische Luft und die wunderschöne Aussicht. Nun möchte ich auf die "obere Boalp" wir gehen durchs Drehtor und oweija...Mutterkühe, Kälber, Rinder und ein Stier. Ich möchte mit den beiden Hunden auf dem Wanderweg durch die Weide doch es geht nicht. Die Tiere versammeln sich um uns und wollen auf die Hunde los, die nun nervös geworden sind und anfangen zu bellen. Schnell weg hier; wir nehmen den Weg den wir gerade noch erreichen können und gehen nun einen grossen Rundgang machend Richtung "Wald", kommen wieder an der "Wolfsgrueb" vorbei und wandern nun den Weg zwischen Wiese, Weide und Wald Richtung Städtchen. Nun laufen wir den Weg "Schmittenbach" entlang, ein wunderschöner und wohltuender Weg. Genau das Richtige bei dieser schweren Hitze die aufgekommen ist. Ich vermute das Gewitter dass erst für die Nacht angesagt ist, kommt früher. Die Luft ist feuchter als sie sein sollte und das Barometer sinkt... Der lange Schlangen-Weg dem Bach entlang lädt immer wieder ein zum baden. Mini-Wasserfälle und grosse Badewannen den ganzen Weg entlang. Ich möchte gegen 17:00 im Städtchen "Wald" sein, den die schwarze Wand die am südöstlichem Himmel auftaucht gefällt mir gar nicht, und der Wind trägt sie Richtung "uns". Uuii uii, schnell schnell! Die letzte Stunde die wir wandern freue ich mich auf eine Beiz, ein Kaffi und müden schweren Beine auszustrecken; auch heute haben wir einige Kilometer zurückgelegt, was meine Muskeln und der Rücken vehement vermelden. Im Kaffi angekommen, sitzt eine sympathische Gruppe von farbig gekleideten froh-gestimmten Menschen im Garten und der eine sagt mir " ja so en grosse Rucksack hani nöd emal für drü Monät Südamerika brucht" wa hesch den du alles debi". Ich tauche in die Plauderrunde ein, strecke die Füsse, bestelle ein "Kaffi und en suure Moscht" die Hunde legen sich unter die Bank und schlafen. Die Zwei-Tageswanderung klingt so auf eine ruhige angenehme Art aus bis der Marcel uns mit meinem Camper abholt und sich auch noch zur Plauderrunde gesellt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0