Aussteigen, Umsteigen oder Quereinsteigen?

Hier teile ich meine eigenen Erfahrungen in Bezug zum Aus- Um- und Quereinsteigen. Es ist nicht immer einfach aus dem "alten Leben" auszusteigen, in ein "neues Leben" einzusteigen und einen Quereinstieg zu realisieren. Oft ist das Ganze sehr schlecht planbar, da sich vieles erst auf dem Weg und auf der Suche ergibt. Es kommt vor, dass sich in Wege, die man begehen will ein Hindernis stellt und man nicht weiss, wie weiter und ob überhaupt? Mit dem Teilen meiner Erfahrungen möchte ich denen Mut machen, die ihren Beruf, den Wohnort oder ihr ganzes Leben so umzukrempeln wollen, dass es sich wieder gut anfühlt und das Herz sich mit dem was man tut verbinden kann. Für mich persönlich macht nur das Sinn was ich aus meinem Herzen heraus tun kann und hinter dem ich voll und ganz stehen kann; ohne falschen Kompromisse! Eine Veränderung im Leben, von Aus- Um- und Quereinsteigen ist vor Allem eine spannende Reise zu uns selbst! Das Leben kann so abenteuerlich sein, auch wenn es nicht immer ein Zuckerschlecken und "Freude Friede Eierkuchen backen" ist ;-))

Nun wünsche ich beim lesen und miterleben meiner Abenteuer viel Spass!

Hilf dir selbst, so hilft dir Gott

Der Weg ist das Ziel

altes Sprichwort aus dem Zen-Buddhismus

Meine Ausbildungen gehen nach und nach in ein Praktizieren und Arbeiten über; auf dem Weg die Arbeit und das Leben in der und mit der Natur zu einem Ganzen zu vereinen. Vielleicht gibt es irgendwann ein Hof, etwas Eigenes oder vielleicht bleiben ich und meine Border Collies Billy & Sheriff einfach auf der Wanderschaft und gehen dort hin wo es uns gerade gefällt oder braucht. Egal wo es hinführt es ist unser Weg und es fühlt sich gut an! 

Die grösste Hürde ist nicht die, der Fähigkeit Neues zu lernen um sich im noch unbekannten Umfeld einzuleben und einzuarbeiten.

Den heute wissen wir von den Hirnforschern das die Lernfähigkeit dann am stärksten ist, wenn ein Mensch voller Begeisterung und Herzblut etwas neues lernt. So lernte z.B ein 82 jähriger Mann Chinesisch in kurzer Zeit, weil er in eine chinesische Frau verliebt war und die beiden beschlossen hatten ihren Lebensabend in China zu verbringen. Wer sich mehr über diese Fähigkeiten informieren möchte, sehe auf YouTube Interviews und Vorträge vom Hirnforscher Prof. Gerald Hüther.

Die grösste Hürde ist die Reaktion der Menschen des Umfeldes das man verlässt und die Reaktion des Umfeldes das man neu betritt.

Da sind oft nicht sehr aufbauende Reaktionen und Ratschläge (mehr Schläge als Rat) vom verlassenden und neuen Umfeld wie:

  • Der/die ist ja komplett durchgedreht einen sicheren Job und gutes Einkommen aufs Spiel zu setzen, würde besser bis ins Rentenalter warten um seine Träume zu leben
  • Schuster bleib bei deinen Leisten
  • Du überschätzt dich ja nur, das ist Träumerei, das schaffst du eh nicht
  • ja ja wieder so Aussteiger die vom besseren Leben träumen anstelle zu akzeptieren wie die Realität eben ist
  • schon wieder so ein Hirngespinn das keine Füsse und Hände hat
  • was will den der/die hier...denkt könnte in kurzer Zeit und Schnellbleiche das lernen wozu wir ein Leben gebraucht haben...
  • überlege es dir nochmal genau ob das wirklich etwas für dich ist, sieht nicht gut aus so wenn...blablabla ..
  • wir sind so aufgewachsen und jetzt kommst du als Neuling und glaubst das einfach auch zu können du stellst dir das viel zu leicht vor! 
  • Ich habe auch schon den Spruch gehört: "geh lieber zum Coop Regale auffüllen" , das was du dir vorstellst wirst du eh nicht schaffen!

Das ist nicht der Support den du brauchst um deine Lebensträume zu verwirklichen!  Frag dich nicht mal warum diese Menschen so negativ reagieren, das ist verschwendete Kraft und Energie; ignoriere sie und halte Abstand zu solchen Menschen, die ziehen dich runter in Zweifel und Ängste; genau das was du nicht zulassen darfst: Zweifel und Angst sind die natürlichen Feinde der Freiheit!

Du kannst diese Aussagen als eine bereichernde Herausforderung nehmen oder daran scheitern. Was von beidem jedoch geschehen wird, liegt an deiner Entschlossenheit und Bereitschaft in das "Neue und noch "Unbekannte" wirklich einzutauchen.

Für mich war es eine Gelegenheit den Weizen vom Spreu zu trennen. Meine echten Freunde haben sich während dieser Zeit gezeigt; nicht das echte Freunde auch mal Kritik üben dürfen; solange die Kritik konstruktiv ist, hilft sie Schwierigkeiten zu erkennen und das eigene Handeln zu optimieren. Doch destruktive Kritik wie ein paar der Sätze oben aufgeführt, hilft gar nichts. Menschen die einem mit destruktiver Kritik entmutigen wollen sind zu meiden, den sie nehmen dir den Wind aus den Segeln und brauchen viel Kraft, die anderweitig besser eingesetzt werden kann. Oft ist diese entmutigende Kritik von Neid getrieben; da diese Menschen selber nicht den Mut haben ihr Leben zu verändern obwohl sie es gerne würden; doch sich nicht trauen oder Angst haben davor was alles schief laufen könnte. 

Und es läuft garantiert einiges nicht wie geplant und schief! Doch gerade in den Fehlern und Hürden steckt die beste "Trainings-möglichkeit" zu lernen besser zu werden. Und wenn dann sogenannte Freunde sagen: "ich habe es dir ja gesagt daraus wird nichts" weisst du spätestens, dass du von diesem Freund Abschied nehmen solltest! Manchmal stelle ich mir vor ich sei wie das Wasser wenn sich ein Hindernis in den Weg stellt und wenn es der richtige Weg ist, den ich zu gehen habe, werde ich halt drumherum fliessen...oder unten durch! Manchmal ist es auch angebracht ein paar Schritte zurück zu gehen, eine Pause zu machen und eventuell einen anderen Weg zu gehen, vielleicht ist dieser Weg etwas länger doch sicherer...das Ausprobieren wird es zeigen und die Antworten werden sich ebenfalls zeigen...inzwischen machst du deine Erfahrungen; dafür ist das Leben doch da; erfahren, leben und reifen.

"Probleme kann man nicht mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind"; Albert Einstein.

In manchen "Leben" kommt es vor, an einem Punkt anzukommen, an dem ganz deutlich gefühlt wird: "jetzt gibt es kein zurück mehr"! Das sind die Lebensabschnitte wo es ein "Zuvor" und ein "Danach" gibt. Das kann etwas Erlebtes sein, ein Schicksalsschlag, ein Rückschlag, eine Krankheit, ein Unfall oder ein Burnout. Plötzlich wird man aus "dem alten Leben" irgendwie herauskatapultiert oder entscheidet selber: "so nicht mehr"! Oder es kommt das unmittelbare und unmissverständliche starke innere Bedürfnis: jetzt will ich's wissen und angehen meinen intensivsten Wunsch umzusetzen. Oder man will einfach und banal sein Leben auf den Kopf stellen und mal etwas ganz anderes ausprobieren! Bei mir war es nicht von vornherein klar, wie ich zukünftig leben werde und meinen Lebensunterhalt bestreiten werde; mich zog es in eine Richtung, dann ergab sich langsam gehend der Weg. Ich entdeckte nach und nach was stimmig ist und begann mir die Eigenschaften oder besser gesagt das Können anzueignen das ich für die bevorstehenden Herausforderungen brauchte und; ich bin immer noch auf dem Weg zu lernen und mich in ein neues Leben einzuarbeiten. Manchmal ist es schön, manchmal mühsam, manchmal hätte ich am liebsten aufgegeben, dann hat es mir den "Boden unter den Füssen" weggezogen (eine etwas längere Geschichte zum erzählen...), dann kam ein Geschenk in Form einer Herausforderung in der ich alles was ich am Lernen bin praktizieren und Erfahrungen sammeln darf. Dies hat sich ergeben, weil ich nicht aufgegeben habe, als mir der Boden unter den Füssen weggezogen wurde. So bin ich ins Tessin gekommen und darf im schönen Bleniotal in einem Familienunternehmen meinen Weg weitermachen! Gott sei's gedankt!