Therapie Wald

Warum eine 2-3 tägige Wanderung im Wald so heilsam ist

Die Waldluft hat einen direkten Einfluss auf unser Immunsystem, indem sie die Anzahl sogenannter Killerzellen ansteigen lässt. Diese erkennen Zellen, die zum Beispiel von Bakterien oder Viren befallen sind, oder auch Krebszellen und bekämpfen sie. Ein Tag im Wald, so hat die Forschergruppe um Dr. Quin Li herausgefunden...

...lässt die Anzahl der Killerzellen im Blut signifikant ansteigen, für etwa sieben Tage. Verbringt man zwei bis drei Tage im Wald, bleibt eine erhöhte Anzahl und Aktivität von Killerzellen bis zu 30 Tage nachweisbar. Unser Immunsystem hat noch einen weiteren Grund zur Freude: Der Biologe und Waldforscher Clemens Arvay erklärt, dass Pflanzen miteinander kommunizieren, so wie Menschen und Tiere, und sogar mit anderen Lebewesen. Ihre Sprache besteht vor allem aus chemischen Botenstoffen. Damit warnen sich Pflanzen etwa gegenseitig vor Schädlingen und die noch nicht befallene Pflanze kann schon mal ihr Abwehrsystem hochfahren. Rund 900 verschiedene Pflanzenfamilien haben Forscher inzwischen an die 2000 Duftstoffvokabeln zugeordnet, hauptsächlich so genannte Terpene, die auch in ätherischen Pflanzenölen vorkommen. Nicht nur Bäume, auch Kräuter, Moose, Farne und Pilze sondern Terpene ab. Dieser Cocktail von Botenstoffen, der in der Waldluft schwebt, und den wir über die Haut, vor allem aber über die Lungen aufnehmen, regt auch das menschliche Immunsystem an. 

Medizin zum einatmen

Therapie unter Tannen

EIN FEST FÜR UNSER IMMUNSYSTEM

Der Umwelt-Immunuloge Dr. Qing Li, Präsident der Japanischen Gesellschaft für Wald-Medizin erklärt wie man ausgiebig "waldbadet": Während des Waldbadens ist es nicht wichtig, sich körperlich zu verausgaben, man sollte den Wald mit allen Sinnen "aufsaugen". Dem Murmeln eines Baches lauschen, dem Vogelgesang, die intensive grüne Farbe wahrnehmen, den Duft des Waldes einatmen, etwas aus dem Wald essen und die Bäume berühren. 

Die Medizin des Waldes aufnehmen - alleine, in Gruppen oder mit der ganzen Familie - gilt heute als wissenschaftlich untermauert und hat nun auch hierzulande einen Namen. Eine Vielzahl an Studien erklärt, warum wir uns im Wald so wohl fühlen. Sie belegen, dass sich das Stresshormon Cortisol im Wald verringert (im Speichel messbar) und dass diese Reduzierung nicht nur kurzfristig, sondern über Tage anhält. Auch werden Blutzuckerspiegel und Blutdruck gesenkt. Und dafür ist nicht mal Bewegung notwendig. Das Wildniswandern, stille meditative Wandern, das bewusste Wahrnehmen von Duft, Vogelgesängen, Wasserrauschen, Farben und Sauerstoff ist tatsächlich Medizin und hilft zudem zu Entschleunigen, beugt Krankheiten vor, unterstützt Heilungsprozesse (körperliche und psychische) hilft bei Burnout oder verhindert diese gar. 

Wie der Wald uns lehrt so zu leben, dass wir uns und unseren Planeten nicht mehr schädigen und zerstören. Ein wunderbarer Einblick gibt uns Erwin Thoma