· 

Impressionen am Ende der Schafalpsaison

Auch das gehört zum Leben

Sterben, vergehen und Nahrung für andere

Ein trauriger Tag war als ich mich aufmachte die Herde zu suchen und kurz bevor ich rausging die Herdenschutzhunde bellen hörte. Es war spürbar, dass etwas nicht stimmte. Ich ging raus und sah mit dem Fernrohr, dass die Krähen über den Herdenschutzhunden kreisten die versuchten sie zu vertreiben. Da wusste ich was mich erwarten würde. Schweren Herzen stieg ich auf und leider; es war ein Mutterschaf. Gross und schien gesund. Nicht ausgemagert, wie es bei Wurmbefall der Fall ist, keine sichtbaren Zeichen an was es verendete. Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit ein Sturz, der Alpmeister Michele bestätigte, dass die Stelle wo es lag eine Stelle ist wo Abstürze möglich sind. Ich wünschte dem Schaf einen friedlichen Übergang und überliess das Tote Tier den Aasfressern. Zum Glück gibt es sie, auch wenn sie manchmal lästig sind. Der Rest des Tages kreisten meine Gedanken um das Thema; was hätte ich gemacht wenn es noch am Leben gewesen wäre doch sehr verletzt so hoch oben? Hätten wir es ins Tal gebracht oder hätte ich es töten müssen um ihm weitere Schmerzen zu ersparen? Könnte ich das? Hmm; ich weiss es nicht. Das wird sich irgendwann wahrscheinlich noch zeigen...doch für heute nicht. Der Tag geht heute eher traurig zu ende.  Der Tod gehört zum Leben und dient anderen Leben, nährt Tiere und wenn der Kadaver verwest ist auch den Boden nachdem die Bakterien und Kleinstlebewesen diesen verarbeitet und für die Pflanzen wieder verfügbar gemacht haben. Trotzdem ist ein beklemmendes Gefühl ein scheinbar gesundes ausgewachsenes Tier tot aufzufinden.

P.s  Das Bild ist ein schon längerer ganz verwester Kadaver. Es sind nur noch Knochen und Fell vorhanden, doch auch das wird sich irgendwann verwittern, zersetzen und im Boden zu wertvollen Nährstoffen verarbeitet werden.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0