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Geo-Wanderung Tektonikarena Sardona

Wie Berge sich erheben

Kollision der afrikanischen mit der europäischen Kontinentenplatten

Start in Laax, dann ein gutes Stück mit dem Bus bis zum künstlichen See der für die Beschneiungsanlage im Winter dient. Von wandern wir um und in der Schwemmebene Oberer Segensboden zum Martinsloch, vorbei am Foostock wo die Glarner Hauptüberschiebung deutlich ersichtlich ist. Wir sehen zum Ringelpitz welcher der höchste Punkt des Welterbe ist. Überall sind die Linien der Überschiebungen deutlich sichtbar. Es ist einfach imposant; 300 Millionen Jahre Gesteinsschicht liegt auf der 150 Millionen "jungen" Gesteinsschicht. Einige der Gruppe krabbeln über Gröll noch zum Martinssloch hoch...das tue ich mir nach 700 Höhenmeter in 2 Stunden nicht mehr an. Beim nachten mal vielleicht wenn ich die besseren Bergschuhe anhabe ;-) . Unterwegs begegnen wir dem ältesten und kleinsten Baum der Welt; einer Mini-Weide. Da es hier so karg ist wächst dieser Baum im Gegensatz zu all seinen Freunden auf der Welt nicht hoch Richtung Sonnenlicht sonder runter! Auf einem Foto sieht man wie die Weide gerade blüht und auf dem anderen Foto wie sie sich versämt (sieht wie kleine Wattebäuschchen aus). 

Die Tektonikarena Sardona wurde im Juli 2008 von der UNESCO als weltweit einzigartig bezeichnet und in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen. Siehe www.welterbe.ch und www.unesco-sardona.ch.

Vielfältige Gesteine lagern sich im Verlauf von Jahrmillionen an der Erdoberfläche ab. In der Regel kommen dabei jüngere auf älteren Schichten zu liegen. Nicht im Tektonikarena Sardona; entlang einer markanten und von Weitem gut sichtbaren Linie, der sogbenannten Glarner Hauptüberschiebung, wurden in der Erdkruste während der Entstehung der Alpen alte Verrucano-Gesteine (250-350 Mio. Jahre) auf viel jüngere Flesch-Gesteine (35-50 Mio.Jahre) geschoben. Dazwischen liegt Lochsitenkalk. So kamen ältere auf jüngere Schichten zu liegen. Dieser bedeutende geologische Prozess der Gebirgsbildung, die Überschiebung von Gesteinspacketen (Decken), ist im Welterbe Sardona einzigartig schön sichtbar.

Es ist eine Wanderung bei der einem immer wieder der Mund vor Staunen offen steht! Wir wandern insgesamt 4 Stunden, ohne die vielen Pausen in der wir dieses imposanet Welterbe bestaunen. Flüsse die sich in die Felsen eingegraben haben, skurrile Bäume die so hoch oben in die Tiefe wachsen, ein Spitz des Gletschers ist zu sehen, ein Steinadler dreht die Runde über unseren Köpfen, Murmeltiere lassen sich blicken; ja sogar ein Schneehuhn läuft uns über den Weg. Manchmal blieb mir so der Atem weg (nicht nur vom Stauen; manchmal auch vor Anstrengung), dass ich das Fotografieren vergesse. Es bleibt dir also nichts anderes übrig, als selber hinzugehen und diese Berge die Geschichte schreiben zu "erfahren"! Ich würde dir dann unbedingt einen Geo-Guide empfehlen: tourismus.unesco-sardona.ch.

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